Viele Karten, ein Zug
Ein Board räumt man nicht Karte für Karte auf. „Diese acht in die nächste Iteration“, „diese fünf auf erledigt“, „diese drei an Christoph“: Für genau solche Züge öffnet man ein Board, und bisher waren es acht, fünf und drei einzelne Gesten mit demselben Ziel. Deshalb lassen sich Karten jetzt zu einer Auswahl zusammenfassen und gemeinsam ziehen, auf allen drei Kanbanboards: Aufgaben, Requests und Iterationen.
Zwei Wege hinein
Mit gedrückter Strg-Taste klickt man einzelne Karten in die Auswahl und wieder heraus. Gewählte Karten bekommen einen blauen Rahmen, und am Fuß des Boards steht, wie viele es sind.
Die Leiste am Fuß nennt die Zahl, beide Gesten und den Weg zurück.
Der zweite Weg ist ein Rahmen: Auf freier Fläche drückt man die Maustaste und zieht ein Rechteck auf. Nur gibt es gerade in einer vollen Zelle kaum noch freie Fläche, und genau dort will man auswählen. Mit Umschalt+Ziehen beginnt der Rahmen deshalb überall, auch mitten auf einer Karte, und die Karte wird dabei nicht gezogen.
Getroffen ist, was der Rahmen berührt, nicht nur, was er ganz umschließt.
Bei dieser Regel habe ich eine Weile überlegt. Ich hätte verlangen können, dass eine Karte vollständig im Rahmen liegt, so wie manche Zeichenprogramme das machen. Bei Karten, die über die halbe Bildschirmbreite verteilt sind, hieße das aber, einen riesigen Rahmen um vier Karten zu ziehen, und eine Karte, die halb aus dem Sichtfenster ragt, wäre nie zu treffen. Außerdem entscheidet das Board beim Ziehen schon nach „berührt“, welche Zelle das Ziel ist. Zwei verschiedene Begriffe von „getroffen“ auf derselben Fläche wären eine Falle. Zieht man den Rahmen über den Rand hinaus, rollt das Board von selbst weiter, sonst endete jede Auswahl am Bildschirmrand.
Einen Preis hat der Strg-Klick: Eine Karte ist ein Link, und Strg+Klick hieß im Browser bisher „in neuem Tab öffnen“. Beides gleichzeitig geht nicht. Den neuen Tab gibt es weiterhin über die mittlere Maustaste und das Kontextmenü.
Was beim Ziehen passiert
Zieht man eine gewählte Karte, ziehen alle mit. Jede Karte läuft dabei durch dieselbe Regel wie ein einzelner Zug, mit ihrer eigenen Ausgangszeile. Das ist wichtig, weil auf dem Board nach Personen dieselbe Karte in zwei Zeilen stehen kann, und aus welcher sie kommt, entscheidet, wessen Zuweisung ersetzt wird. Eine eigene Sammelregel für mehrere Karten wäre eine zweite Wahrheit gewesen, die beim ersten Sonderfall abweicht.
Die nächste Entscheidung war „alles oder nichts“ gegen „was durchgeht, geht“. Ich habe mich für das Zweite entschieden. Sonst würde eine einzige Karte aus einem Projekt, in dem man nichts ändern darf, den ganzen Zug verhindern, und man sähe nicht einmal, welche es ist. So wird verschoben, was der Server annimmt, und unter der Filterzeile steht zum Beispiel „3 von 12 Karten wurden nicht verschoben“ samt Grund.
Technisch hätte ich dafür einen eigenen Sammelendpunkt bauen können, eine Anfrage in einer Transaktion. Das wäre sauberer im Ergebnis gewesen, hätte aber einen zweiten Schreibweg mit denselben Prüfungen bedeutet, und zwei Fassungen derselben Prüfung laufen früher oder später auseinander. Stattdessen geht jede Karte einzeln und nacheinander über denselben Weg wie ein normaler Zug. Den Nachteil will ich nicht verschweigen: Bricht die Verbindung mittendrin ab, ist ein Teil verschoben und der Rest nicht. Die Anwendung meldet das, und das Board zeigt danach den tatsächlichen Stand.
Die Statusfrage bei vielen Karten
Wer auf eine Statusspalte zieht, wird gefragt, welcher konkrete Statuswert gemeint ist, falls mehrere passen. Bei zwölf Karten wären das zwölfmal dieselbe Frage. Gefragt wird deshalb einmal je Prozess und Vorgangsart, denn nur davon hängt ab, welche Werte zur Wahl stehen. Gibt es nur einen passenden Wert, entfällt die Frage ganz. Geschrieben wird erst, wenn die letzte Frage beantwortet ist: „Abbrechen“ soll auch bei der dritten von vier Fragen heißen, dass nichts passiert.
Außerdem
- Escape hebt die Auswahl auf, ebenso ein Klick auf freie Fläche oder ein Wechsel von Filter, Ansicht oder Reiter.
- Greift man eine Karte, die nicht in der Auswahl ist, wird nur sie gezogen. Wer sie anfasst, meint sie.
- In Firefox unter Linux spannte ein Griff nach der Rollleiste plötzlich einen Rahmen auf. Die Leisten haben jetzt eine feste Sperrzone.
- Einen reinen Tastaturweg in die Auswahl gibt es noch nicht. Eine einmal gewählte Auswahl lässt sich aber mit der Tastatur verschieben.
Die Funktion ist klein, spart im Alltag aber erstaunlich viele Handgriffe, vor allem am Ende einer Iteration.