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Fehler melden, ohne die Arbeit zu verlieren

Version 0.9.53 Min. Lesezeit

Ein Fehler, den nur einer sieht, wird nicht behoben. Der übliche Weg sieht so aus: Jemand erzählt es einem Kollegen, der schreibt irgendwann eine Mail, und am Ende steht darin „da kam eine Fehlermeldung“. Welche Seite, welche Meldung, was auf dem Bildschirm zu sehen war, das ist unterwegs verloren gegangen. Deshalb hat GODAV Pro jetzt eine eigene Funktion Fehler melden: ein Käfersymbol in der Kopfzeile, eine kurze Maske dahinter, und der Bericht geht per Mail an mich.

Was mitgeht, und wer es vorher sieht

Pflicht ist nur die Beschreibung. Alles andere sammelt die Anwendung selbst ein: Name und Mailadresse des Melders, die aufgerufene Seite, die zuletzt aufgetretene Fehlermeldung, auf Wunsch Systeminformationen wie Browser und Fenstergröße und ein Bildschirmfoto.

Weil ein Bericht damit Dinge enthält, die der Melder nicht selbst eingetippt hat, steht unten in der Maske eine Zusammenfassung „Übermittelt werden“. Sie ändert sich mit jedem Haken. Wer erst hinterher erfährt, was er verschickt hat, hat es zu spät erfahren.

Der Dialog „Fehler melden“ mit Betreff, Beschreibung, letzter Fehlermeldung, zwei Haken und der Zusammenfassung darunter Unten steht immer, was den Rechner verlässt. Die Liste folgt den Haken darüber.

Die beiden Haken haben bewusst verschiedene Vorgaben. Systeminformationen sind eingeschaltet: Nichts davon sagt etwas über eine Person, und ohne sie fehlt mir bei der Fehlersuche die halbe Grundlage. Das Bildschirmfoto ist ausgeschaltet, denn darauf können Namen und Inhalte offener Vorgänge stehen. Meine Regel dafür: Was Daten preisgibt, schaltet man ein, man muss es nicht erst abwählen. Der Hinweis zum Datenschutz steht auch nur beim Bild und nicht dauerhaft über der ganzen Maske. Ein Hinweis, der immer da ist, wird nach dem dritten Mal nicht mehr gelesen.

Das Bildschirmfoto zeigt, was du gesehen hast

Für das Bildschirmfoto gibt es zwei Wege: aufnehmen über die Bildschirmfreigabe des Browsers oder ein eigenes Bild auswählen. Während der Aufnahme blendet sich die Maske aus, sonst zeigte das Foto den Meldedialog statt der Seite mit dem Fehler.

Ich hätte die Seite auch mit einer Bibliothek nachzeichnen lassen können, die das Bild aus dem Seitenaufbau rekonstruiert. Dann hätte es keine Rückfrage des Browsers gegeben. Solche Werkzeuge bauen die Seite aber nur aus den Regeln nach, die sie verstehen, und zeichnen den Rest ungefähr. Ein Bild, das nicht zeigt, was der Nutzer wirklich gesehen hat, ist für die Fehlersuche wertlos und im schlimmsten Fall irreführend. Die Rückfrage des Browsers nehme ich dafür in Kauf. Eine Webseite, die ohne Nachfrage den Bildschirm aufnehmen darf, wäre ohnehin ein Werkzeug für ganz andere Zwecke.

Der zweite Weg, das eigene Bild, hat einen praktischen Grund: Die Bildschirmfreigabe funktioniert nur bei verschlüsselt ausgelieferten Seiten. Wer GODAV im eigenen Netz ohne Verschlüsselung betreibt, kann so trotzdem ein Bild anhängen. Jedes Bild wird dabei neu gezeichnet und als JPEG verschickt. Das hält es klein und entfernt nebenbei Metadaten wie den Aufnahmeort, die in einem Foto stecken können.

Auch wenn gerade ein Fenster offen ist

Die erste Fassung hatte einen Haken, den ich erst im Alltag bemerkt habe. Ist in GODAV ein Fenster offen, etwa „Chance erfassen“, lässt sich der Rest der Seite nicht anklicken, die Kopfzeile mit dem Käfer also auch nicht. Gerade dann geht aber oft etwas schief, und wer melden wollte, musste das Fenster schließen und verlor dabei seine Eingaben.

Ein geöffnetes Fenster „Chance erfassen“, unten rechts davor der Knopf „Fehler melden“ Solange ein Fenster offen ist, steht der Knopf unten rechts in diesem Fenster selbst.

Ein Knopf daneben hilft nicht, denn der Browser sperrt alles außerhalb des obersten Fensters. Deshalb hängt der Knopf jetzt in dem gerade obersten Fenster, positioniert am Bildschirmrand. Zusätzlich öffnet Strg+Umschalt+F den Bericht von überall, auch aus einem Textfeld heraus. Das Fenster darunter bleibt offen und behält alles, was schon eingetippt war.

Außerdem

  • Ein freiwilliges Feld Betreff. Bleibt es leer, entsteht der Betreff wie bisher aus der Seite.
  • Lehnt der Mailserver den Bericht ab, zeigt der Dialog die Antwort des Servers und nicht nur „interner Fehler“.
  • Je Konto gehen höchstens fünf Berichte pro Stunde hinaus. Fehlgeschlagene Versuche zählen nicht mit.

Die Mail ist eine Vorstufe. Später soll ein eigener Dienst die Berichte entgegennehmen. Die Maske habe ich so gebaut, dass dafür nur der Transportweg ausgetauscht werden muss.

  • Mail
  • Datenschutz
  • Oberfläche