Weniger öffnen, mehr sehen: die überarbeiteten Boardkarten
Ein Kanbanboard ist dann gut, wenn man es lesen kann, ohne jede Karte einzeln zu öffnen. Bis zu diesem Stand musste man für zwei der häufigsten Fragen genau das tun: Wer macht das? und Wozu gehört das? Außerdem hatte das Board ein Platzproblem. Eine Person mit vielen Vorgängen in einer Spalte machte ihre Zeile so hoch, dass alle anderen erst nach langem Scrollen kamen. Mit 0.3.0 habe ich die Karten und die Felder, in denen sie stehen, überarbeitet.
Gesichter statt Namen
Unten rechts trägt jede Karte jetzt die Bilder der zugewiesenen Personen, höchstens vier, darüber hinaus eine Zahl. Das ist eine bewusste Ausnahme von meiner eigenen Gestaltungsregel „Personen immer mit Bild und Namen“. Die Regel stammt von den Tabellen, und dort ist Platz für einen Namen. Eine Boardspalte ist dafür zu schmal, drei Namen untereinander würden den Titel verdrängen, um den es eigentlich geht. Die Namen gehen dabei nicht verloren: Sie stehen in der Kurzinfo unter dem Mauszeiger und in der Beschriftung, die ein Screenreader vorliest.
Wer das Projekt verlassen hat oder gesperrt ist, erscheint auf der Karte gar nicht, auch nicht ausgegraut. Ein Gesicht auf der Karte bedeutet „diese Person arbeitet daran“, und für sie gilt das nicht mehr. Die Zuordnung selbst bleibt aber bestehen und wird beim Verschieben einer Karte mit zurückgeschrieben. Hätte ich sie schon in der Antwort des Servers weggelassen, wäre die ausgeschiedene Kollegin beim ersten Verschieben lautlos aus dem Vorgang verschwunden. Gefiltert wird deshalb erst in der Anzeige.
Über dem Titel steht, wozu eine Karte gehört, unten rechts, wer daran arbeitet.
Die Herkunft über dem Titel
Über dem Titel steht jetzt in einer gedämpften Zeile die Art und der Name des übergeordneten Vorgangs, zum Beispiel „Story · Schnittstelle zum Webshop“. Sie steht über dem Titel, weil sie einordnen soll, bevor man liest. Anklicken lässt sie sich nicht: Die ganze Karte ist bereits ein Link, und ein Link im Link wäre ungültig. Den vollständigen Pfad mit allen Verweisen findet man auf der Karte selbst. Epics, Sonderaufgaben und Requests hängen direkt am Projekt und zeigen die Zeile deshalb nicht. Ihr Projekt steht ohnehin schon im Schlüssel.
Vier nebeneinander, vierzig auf einmal
Ein Feld des Boards, also die Kreuzung aus Spalte und Zeile, stellt jetzt bis zu vier Karten nebeneinander. Wie breit eine Spalte wird, richtet sich nach ihrem vollsten einzelnen Feld und nicht nach der Summe aller Karten der Spalte. Gefragt ist ja, wie viele Karten an einer Stelle nebeneinander passen müssen. Nach der Summe gerechnet wäre eine Spalte mit dreißig Karten in dreißig Zeilen breit und in jedem Feld zu drei Vierteln leer.
Wo sich etwas staut, wird die Spalte breiter. Zwei Karten, die nicht aus den Demodaten stammen, sind unkenntlich gemacht.
Ab vierzig Karten hält ein Feld den Rest zurück und bietet „Erweitern“ samt der Anzahl an. Ein Klick zeigt dann alles, auch dreihundert Karten. Eine zweite Stufe wie „zeige weitere vierzig“ wäre die vorsichtige Lösung gewesen, aber wer erweitert, will genau wissen, was hier insgesamt liegt, und nicht die Antwort in Raten bekommen.
Was zuerst dran ist
Vorher standen die Karten so, wie der Server sie lieferte: nach Projekt und Nummer. Das ist nachvollziehbar, beantwortet aber die falsche Frage. Jetzt sortiert jedes Feld nach drei Schlüsseln: erst der Termin (erreicht, bald fällig, der Rest), dann die Priorität, dann das Alter.
Die eigentliche Entscheidung war die Rangfolge. Ein überfälliger Vorgang mit mittlerer Priorität verlangt heute eine Handlung, ein kritischer mit Termin in vier Wochen nicht. Umgekehrt sortiert sähe die Spalte ordentlich aus und würde trotzdem nicht sagen, was zuerst dran ist. Die Gruppen sind dabei genau die der Farben, die der Termin auf der Karte bekommt. So steht nie eine rote Karte weiter unten als eine unauffällige.
Sortiert wird im Browser und nicht auf dem Server. „Heute“ ist die Frage des Menschen vor dem Bildschirm, und der Server läuft womöglich in einer anderen Zeitzone. Westlich davon würde eine Karte sonst in der falschen Gruppe landen. In Spalten mit erledigten Vorgängen zählt der Termin übrigens gar nicht. Ein abgeschlossener Vorgang ist keine Zusage mehr.
Der Reiter „Liste“ bleibt davon unberührt. Er hat sortierbare Spaltenköpfe, und eine erzwungene Reihenfolge würde ihm genau das nehmen, wofür es ihn gibt.